Montag, 28. August 2017

Großherzogin Anastasia Mihailovna Saphire Tiara




Hier haben wir eine Tiara mit vielen Fragezeichen.

Leider habe ich im Moment keinerlei Informationen wo sie hergestellt wurde und wo genau sie sich jetzt befindet.

Eines steht allerdings fest. Diese Tiara gehörte einst Duchess Anastasia Mikhailovna von Russland.

Anastasia Michailowna (*28. Juli 1860 im Peterhof Palais; +11.März 1922) war eine Tochter des Großherzogs Michael Nicolaievich von Russland und eine Enkelin des Zaren Nikolaus I. von Russland.
Großherzogs Michael Nicolaievich und Großherzogin Olga Feodorowna

Anastasia Michailowna
Als sie 2 Jahre alt war wurde ihr Vater im Dezember 1862 zum Vizekönig des Kaukasus ernannt und die Familie (insgesammt 7 Kinder) zogen nach Georgien in den Palast des Vizekönigs.


Anastasia wuchs im Palast des Vaters inmitten der wilden und strengen Atmosphäre des Kaukasus auf.
Sie besaßen auch ein ländliches Anwesen in der Nähe von Borjomi und die Sommerresidenz Mikhailovskoe in der Nähe von Sankt Petersburg das heute ein Museum ist.

Sommerresidenz Mikhailovskoe

"Stassi" wie Anastasia genannt wurde war der Liebling des Vaters, der aber wegen seiner militärischen und staatlichen Aktivitäten wenig Zeit für die Kinder hatte, und wurde von ihren 7 Brüdern sehr verwöhnt.
Die Mutter hingegen war sehr streng und regierte mit eiserner Hand. 
So fand sie die Liebe und Zärtlichkeit in ihren Brüdern die ihr an den Eltern so fehlte.

oben von links nach rechts: Sergei, Michael, Michael Nicholajewitch,
unten von links nach rechts: Alexei, Nicholas, Alexander
Die Brüder wurden getrennt von ihrer Schwester erzogen und man sah sich nur an Sonntagen. Besonders ihrem Bruder Nicolas war Anastasia zugetan mit dem sie ihr künstlerisches Interesse teilte.
Sie entwickelte sich zu einer eigenständigen, intelligenten Frau und liebte Sprachen. Sie lernte Französisch, Deutsch und Englisch neben ihrer Muttersprache russisch.

Bis zum Jahr 1878 lebte sie gemeinsam mit ihrer Familie im Kaukasus.
In diesem Jahr fädelten ihre Mutter und die Großfürstin Maria Pawlowna die Heirat zwischen ihr und Marias älterem Bruder Erbgroßherzog Friedrich Franz III. von Mecklenburg ein.

Im Frühling 1878 kam Friedrich Franz in Tiflis an und hielt um die Hand von Anastasia bei ihren Eltern an.

Das Brautpaar 1878

Die Verlobung wurde am 04. Mai bekannt gegeben und im Oktober reiste sie mit ihrer Familie nach sankt Petersburg um sich auf die Hochzeit vorzubereiten.

Am 24. Januar 1879 heiratete das Paar nach russisch-orthodoxen und protestantischen Ritus im Winterpalast von Sankt Petersburg.

Nach kurzen Flitterwochen kam das paar am 08. Februar 1879 in Schwerin an und richteten sich im Marienpalast ein.

Der Marienpalast ist heute das Justizministerium
Doch die altmodische und kühle Atmosphäre am Schweriner Hof, wo das Paar sich auch aufhielt, machte ihre Abneigung gegen ihre neue Heimat nur noch schlimmer.

Schweriner Schloß

Da ihr Gatte unter starkem Asthma lit und zudem herzkrank war unternahmen sie oft Reisen in milderes Klima. Und so konnte Anastasia dem gehassten Hof oft entfliehen.


Als sie im April 1883 an der Cote d´Azur aufhielten erreichte sie die Nachricht vom Tod des mecklenburgischen Großherzogs.

Friedrich Franz II. von Mecklenburg

Aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkung konnte der Großherzog die Regierungsgeschäfte zu diesem Zeitpunkt noch nicht übernehmen und so betraute er das Staatsministerium in Schwerin mit der Führung der Regierungsgeschäfte.
Auch eine anreise zur Beerdigung war ihm nicht möglich.
In Menton an der Coté d´Azur fand dort in der deutsch-evangelischen Kirche ein Trauergottesdienst statt.

In Schwerin angekommen verschlimmerte sich der Gesundheitszustand des Großherzogs erneut und er mußte in ein mildes Klima reisen. Da dieses Hin und Her keine Lösung war fanden Überlegungen statt wie man diesem Zustand gerecht werden konnte.
So schloßen der Großherzog und das Staatsministerum einen Kompromiss der für alle angenehm war.
Das Großherzogenpaar verweilte demnach 5 Monate in Schwerin in denen der Großherzog seinen Regierungsgeschäften nachging.
Bei ihrer Abwesenheit übte General Friedrich von Maltzahn (1848-1907) die Regierungsgeschäfte aus.
Die restlichen 7 Monate konnte das Paar sich ihre Reisen nach belieben wählen.
Zwischen 1887 und 1895 lebten sie von November bis Mai in Cannes, am Genfer See, bei seiner Stiefmutter Marie von Schwarzburg-Rudolstadt in Palermo und in Baden Baden.

Die Aufenthalte an der Cote d`Azur während der strengen Wintermonate diente der Linderung seiner Asthmaerkrankung.
Dort bewohnte das Paar die Villa Wenden in der Avenue de la Favorite. Die Villa wurde im Auftrag des Großherzogs im Jahr 1889 erbaut. auch Mitglieder des Hauses Romanow wohnten zeitweise in diesem Haus.

Villa Wenden ist heute ein Hotel

Bereits 1884 erteilte der Großherzog dem bekannten Architekten Gotthilf Ludwig Möckel den Auftrag eine Sommerresidenz im Gelbsander Forst zu errichten. 
Dort in der Rostocker Heide konnte er seine Asthma und Herzerkrankung ein wenig lindern.

Am 1. Mai 1885 wurde im Beisein des Großfürsten Michael Nikolajewitsch Romanow, der den Bau mitfinanzierte, der Grundstein gelgt.
Das Richtfest wurde bereits am 23. September 1885 feiert.
2 Jahre später wurde dann am 25. August 1887 die Einweihung gefeiert.


Großfürst Michael war dann auch immer mit seinen söhnen gern gesehen Gast auf dem Schloß.

Jagdzimmer

Die Eingangstür mit russischen Flair
Ein Höhepunkt in der Geschichte des Hauses, Anastasia hatte bei dem Bau darauf geachtet das es nicht zu einem Schloss mutierte und so genannt wurde, war die Verlobungsfeier am 4. September 1904 von Prinzessin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin mit Kronprinz Wilhelm von Preußen im Teehaus.

Cecilie und Wilhelm

Das Teehaus

Nach dem Tod von Friedrich Franz III. zog die Witwe in das Haus und empfing dort gerne ihre Enkel.

Witwe Anastasi mit ihren Enkeln
Dort lebte Anastasia mit Unterbechungen bis zum Beginn des 1. Weltkrieges.
Da sie der russischen Zarenfamilie angehörte und somit Verbindung zum Feind hatte war sie in Mecklenburg Anfeindungen ausgesetzt und verbrachte daher die Kriegsjahre in der Schweiz

Der Großherzog war sich wohl bewusst das die Leute in seiner Schweriner Heimat es nicht besonders gut fanden das das regierende Oberhaupt so selten in seinem Schloß weilte doch Friedrich Franz III. war das egal.

Die Ehe war harmonisch und gut. Das bewiesen auch die noch vorhandenen Briefe von Anastasia. Sie betitelte ihn als warme und liebevolle Person die sich der Zuneigung ihres Mannes immer sicher war.
Allerdings war der Großherzog homosexuell, was ein offenes Geheimnis war und der Beziehung der beiden keinerlei Schaden abtun konnte.

Es gingen sogar 3 Kinder aus dieser Beziehung hervor.

Alexandrine (1879-1952) später Königin von Dänemark
Friedrich Franz IV. ( 1882-1945)
Cecilie (1886-1954) verheiratet mit Willhelm von Preußen




Und so gingen die Jahre ins Land in denen die Familie reiste um die Krankheit des Großherzogs zu lindern.

Im Frühjahr 1897 verschlimmerte sich sein Gesundheitszustand zusehends.

Am Abend des 10. April 1897 verstarb Friedrich Franz III. an den Folgen eines Sturzes in seiner Villa in Cannes.


Die offizielle Erklärung zum Tod des Großherzogs lautete, dass der Erkrankte während eines Asthmaanfalls nach Luft ringend die Gartenterrasse des Anwesens betreten haben und über die Balustrade auf die darunterliegende Strasse hinabgestürzt sei.
Hier fand man ihn schwer verletzt an der Stützmauer des Gartenterrasse liegend.
Haushofmeister Gagzow und einige Angestellte trugen den Schwerstverletzten in die Villa, wo er kurz darauf in Anwesenheit seiner Familie verstarb.
Eine von seinen Ärzten vor Ort durchgeführten Obduktion ergab den Bruch der Wirbelsäule, zweier Rippen und eines Fußknöchels. Sie kamen aber auch zu dem Ergebnis, dass der Tod durch Herzversagen eingetreten sei.
Nach dem Vorfall war die großherzögliche Familie bestrebt den Sturz aus 8 Meter höhe als Unfall darzustellen obwohl die Hinweise auf einen Selbstmord eindeutig waren.

Freifrau Louise von Reinbnitz-Maltzan die 1897 als Hofdame der Großherzogin in Cannes zugegen war, sprach 1922 von "Selbstmord des Großherzog".

Der Trauerzug

Seinem Wunsch entsprechend wurde er nicht im Schweriner Dom sondern im dafür umgebauten Helenen-Paulownen-Mausoleum im Schlosspark von Ludwigslust am 21. April 1897 beigesetzt.


Die Trauerkutsche wurde von 8 schwarz geschmückten Pferden gezogen. Der folgende Trauerzug wurde angeführt von der deutschen Kaiserin, nachfolgend die Großherzöge, die Prinzen und Fürsten des Landes.

Großherzogin Anastasi erbte das Privatvermögen und die Villa in Cannes.
Auch war sie sehr unbeliebt in der Bevölgerung wegen ihrer französischen Zuneigung.
Kaiser wilhelm II. erlaubte ihr nur zweimal am Berliner Hof zu sein.
1905 bei der Hochzeit ihrer jüngsten Tochter Cecilie mit dem Kronprinzen und ein zweitesmal 1906 bei der Geburt deren ersten Sohnes, Wilhelm.
Danach war sie unerwünscht.

Anastasia um 1890
Die Regentschaft übenahm ihr Schwager Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg für ihren unmündigen sohn Friedrich Franz.

Sie hielt also nichts mehr und reiste nach Cannes, Sankt Petersburg, Paris oder London.

1902 entfachte sie einen kleinen Skandal denn sie wurde schwanger von ihrem Privatsekretär Alexandrowitsch Paltow.
Ihr unehelicher sohn Alexis Louis von Wenden wurde am 23.Dezember 1902 in Nizza geboren.
Bis heute existieren Nachfahren von ihm.

Wie bereits erwähnt hielt sich die Großfürstin gerne im Jagdschlösschen Gelbsande auf wenn sie mal in Deutschland war.
Als der 1. Weltkrieg ausbrach beesuchte sie erst ihren Bruder Maichail Michailowitsch und seine Familie in England.
Da sie durch Heirat eine deutsche Fürstin war konnte sie weder in Frankreich noch in Deutschland leben.
Sie ging also in die neutrale Schweiz und verbrachte die Kriegsjahre im Savoy Hotel in Lausanne.


Ihre Villa in Cannes gab sie für ein Krankenhaus frei.

Nach dem ende des Krieges entschied sie sich nach Frankreich, zusammen mit Jekaterina Michailowna Dolgorukaja ( sie war die jungendliche Geliebte und später morganatische Ehefrau des Zaren Alexander II. von Russland) zurückzukehren.

Jekaterina
Dort verbrachte sie ihre letzten Jahre.
Am 11. März 1922 starb sie an einem Schlaganfall in Eze.
Sie wurde neben ihrem Mann im Helenen-Paulownen-Mausoleum beigesetzt.
Durch ihren Tod kamen ihre Kinder zum ersten mal seit 1914 wieder zusammen.
Unter ihren direkten Nachfahren sind Königin Margarethe II. von Dänemark (ihre Urenkelin) und Prinz Georg Friedrich von Preußen, Leiter des Hauses von Hohenzollern.
Die mänliche Linie des Hauses Mecklenburg-Schwerin starb 2001 mit ihrem Enkel, dem Erblichen Großherzog Friedrich Franz.

Kommen wir nun zu ihren Juwelen.
Da sind nicht viel zu finden.
Trotz ihrem Reichtum, sie erbte ein Vermögen von ihrem Vater, sah man sie wenig in edlen Juwelen.
Da sie sehr unbeliebt war wurde sie auch kaum eingeladen oder gab Galas wo funkelnde Tiaras ihr Haar schmückte.

Die einzigen Tiaras die ich gefunden habe und im Moment noch keinerlei Infos dazu habe seht ihr auf dem nachfolgenden Bild.


Da die Fotos, wie es scheint, noch vor ihrer Hochzeit im Jahr 1879 sind, gehe ich davon aus das die Tiaras aus dem großen Schatz der Romanows stammen.

Die Tiara unten rechts könnte von Faberge stammen denn sie ähnelt dieser Tiara:


Bei der Fringe oben rechts könnte es sich um eine Tiara handeln die den Bolschewicki in die Hände fiel und später als Beute auf dem berühmten Tisch ausgebreitet hat.


Wo diese tiaras sind kann ich leider nicht sagen. Falls jemand etwas darüber weis bitte melden.

Über eine ander tiara weiss man ein bischen mehr; und zwar die Saphir Tiara.


Sie könnte von Fabergee stammen aber da habe ich nicht gefunden.
Wahrscheinlich war es ein Hochzeitsgeschenk an Anastasia.
Ob sie sie jemals getragen hat ist leider nicht bekannt.

Auch kann sie wohl als Kette umgewandelt werden.
Auf dem Bild sehen wir Großherzogin Alexandra von Mecklenburg-Schwerin, Ehefrau von Friedrich Franz IV.
Die Schwiegertochter von Anastasia.


Sie trägt die Tiara als Kette eng um den Hals und am unteren Bildrand scheint es so das sich noch eine Brosche aus der Tiara erstellen ließ. Oder es gab noch eine extra Brosche.

Allerdings behielt sie die Tiara/Kette nicht.
Anastasias Tochter Alexandrine heiratete König Christian X. von Dänemark. 
Bei Alexandrine habe ich kein Bild gefunden das sie beim tragen der Tiara/Kette zeigt.
Das Paar hatte zwei Söhne.
Der zweitgeborene Prinz Knud später Erbprinz von Dänemark heiratete Prinzessin Caroline-Mathilde von Dänemark.


Und hier sehen wir die Tiara zum ersten mal wieder.
Leider kann ich den Weg bis hierhin nicht nach verfolgen, aber ich denke es wird ein Geschenk gewesen sein. 


Hier sehen wir auch wie Caroline-Mathilde die Tiara als lange Kette trägt.
Also muss es Erweiterungen für die Tiara geben.


Hier habe ich noch ein Foto das die Tiara zeigt aber leider kann ich nicht unbedingt erkennen wer die Trägerin ist. Ich vermute es ist Caroline Mathilde.


Die nächste Trägerin war Anne Dorte Malthof-Nielsen, eine bürgerliche die den den jüngsten Sohn von Knut und Caroline, Prinz Christian später Graf von Rosenborg, heiratete.


Prinz Christian starb 2013 und 7 Monate später folgte ihm seine Frau.
Das Paar hat 3 Kinder:
Josephine Caroline Elisabeth von Rosenbort und Camilla Alexandrine Kristine von Rosenborg, Zwillinge geboren 29. Oktober 1972
Feodora Mathilde Helena von Rosenborg geb. 27. Februar 1975

Alle 3 Töchter haben sich bürgerlich verheiratet und führen auch ein bürgerliches Leben in oder bei Kopenhagen.
von links nach rechts: Camilla, Feodora und Josephine
Bei großen königlichen Anlässen sind sie aber dabei, wie z.B. bei der Hochzeit von Mary und Frederick oder dem Geburtstag von Königin Margarethe.


Die Zwillinge: links ContessJosephine trägt ein Diamant Bandeau,  rechts Countess Camilla of Rosenborg trägt Countess Anne-Dorte's Diamant Spike Tiara,


Feodora of Rosenborg trägt ein Rubin und Diamant Bandeau das eigentlich ein Armband ist

Bisher hat noch keine der 3 Töchter die Saphir-Tiara getragen die sie höchstwahrscheinlich von ihrer Mutter vererbt bekommen haben.

Wir wollen nicht hoffen das sie eines Tages in einem Versteigerungshaus auftaucht.

Quelle: Google, Pinterest, Wikipedia...
unter CC

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